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067 Todesfuge (Paul Celan)

  BILD: Dunkles Wasser • BRD  • Brandenburg  • Spreewald  • Bootstour von Lübbenau zum Museumsdorf Lehde
Vorsicht und Achtung:
Dies Gedicht sollte wirklich nur jemand hören und lesen, der schwere und dunkle Gedichte mag.
Außerdem ist dies große Gedicht kaum ohne eine Interpretation zu verstehen,
weshalb ich dir raten möchte vorab auf dieser Seite den Bereich
Materialien und danach unter Interpretationen Schülerinterpretation zu wählen.
In der Interpretation eines
etwa 18jährigen Schülers der 13.Klasse werden die Metaphern sehr verständlich erklärt.
Einmal ganz davon abgesehen, das auch die anderen Bereiche dieser Seite Klasse sind.

Für die Freunde der Dichtkunst, die Gedichte vor allem empfinden wollen, habe ich
- als besonderen Leckerbissen, den Hörtext - Interpreten Paul Celan selbst !
• Doch auch hier VORSICHT: es wird ein emotionaler Absturz !
Musik-Auswahl Hör den DICHTER selbst



080: Todesfuge
von
Paul Celan


Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith


copyright BILD © 2006 Gisela Kurlvink & Jürgen Kurlvink
24.2.06 11:36
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Margit Farwig / Website (24.2.06 12:59)
Lieber Jürgen,

es ist tatsächlich so gesprochen wie es gefühlt wurde und wie wir es fühlen sollen.


Jürgen / Website (24.2.06 14:21)
Ja - ein großes Gedicht von einem großen Dichter - ich wüßte kaum jemanden, der sonst das Erlittene so klar und eindeutig aussprechen könnte ...

... darin liegt dann wohl auch seine Größe ...

Aber du verstehst meine Mahnung am Beginn ...
man muß schon Lyrik sehr lieben, um nicht mehr
auf die Worte zu achten, sondern nur noch das Empfinden hören zu lassen ... oder sehe ich da etwas falsch ??

Einen schönen, sonnigen Nachmittag wünsche ich dir - vielleicht wieder draußen, wo einem die Gedanken nur so zufliegen ... ??

Bald schon ... vielleicht schon morgen, kann ich das auch wieder ... evtl. bekomme ich schon heute die notwendige Luft geliefert ...
*lach* ... wie es Laura so schön formulierte, die ja ebenfalls solch ein Gerät benötigt:

"Wir haben es doch gut -
die Anderen müssen raus gehen,
um frische Luft zu bekommen"

In diesem Sinne Horrido und viel Vergnügen dir, liebe Margit, womit auch immer

Grüßchen, Jürgen


Margit Farwig / Website (24.2.06 14:33)
Nein, lieber Jürgen, das siehst du nicht falsch. Das Lesen und Zuhören ist so zu verstehen wie beim Lesen, z. B. Wolf Biermann in Nordhorn von Katzenellenbogen, der nicht überlebte, nur in Notizen, die in Flaschen in der Erde vergaben waren, Zeugnis ablegen konnten, dass danach niemand klatschen soll, die es auch begriffen haben, dass die bloße Erschütterung brausender Beifall bedeutet.
Ja, ich sitze in den Startlöchern, die Sonne scheint, die Natur ruft, ich werde folgen. Und bald folgst auch du.

Mit witternden Nüstern schickt ich die Sonne zu dir und dein Liebsten,
herzliche Grüße, Margit


Jürgen / Website (24.2.06 18:38)
Danke ... das tut gut ... ich hoffe du hattest einen vergnüglichen sonnen-schnupper-nachmittag zu genießen und steckst wieder voller lyrischer ideen.

Schönen Freitag Abend noch und einen herzlichen Gruß - auch von meiner Gisela - an dich und deinen Liebsten (die ja offensichtlich beide immer in uns mitschwingen ... wie schön !)

Jürgen


Margit Farwig / Website (25.2.06 01:02)
Guten Morgen, lieber Jürgen, ich habe Abstand genommen, mich in dieses eisige Wetter zu Fuß zu begeben, die Sonne schien wie selten kalt, der Wind hat ihr das Wort genommen. Habe stattdessen einen Besuch bei meiner lieben Bekannten gemacht, die schon irgendwie auf mich wartete. Sie ist nicht so beweglich, wenn der Berg nicht zu mir kommt, gehe ich hin. Wenn ich dann so freundlich empfangen werde, ist das eine Wohltat. Bei einer Tasse Tee bewegten wir die Themen dieser Welt und unserer kleinen. Ihr Mann ist Laptopuser und stolz, diesen Schritt gewagt zu haben. Über Genealogie hörte er bei der VHS per PC, Ahnenforschung. Habe mir gleich einige Adressen abgeschrieben, um evtl. meinen Ahnen ein Zeichen zu geben. Lebender Weise tut sich nicht viel, dann muss man eben hinter die Kulissen schauen. Sprich virtuelle Gräber. Das hat noch Zeit, die Gegenwart ist weitaus spannender. Nach dem Singen schaute ich mit Karneval und nun lausche ich noch kurz in den "Äther". Bevor jedoch alles Geschriebene wieder weg ist, sage ich schnell ciao...Danke für die Grüße, einen netten Gruß zurück an deine Gisela und von meinem Liebsten.

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